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AURELIOS AUGENZENTRUM
Diese chirurgische Methode zur Behandlung der feuchten altersbedingten Maculadegeneration (AMD) wurde bereits 1989 erstmals beschrieben. (Verweis auf Erstveröffentllichung) Wegen der damals erhöhten postoperativen Komplikationsrate stieß dieses Verfahren jedoch bei Augenärzten und auch bei Netzhautchirurgen nur auf wenig Resonanz und wird heute weltweit nur in wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt.
Eine Voraussetzung für diese OP ist die vorherige Entfernung der natürlichen Linse (Graue Star OP), da ansonsten bestimmte Abschnitte des Auginnern nicht zugänglich sind.
Zuerst wird eine vollständige Entfernung des gesamten Glaskörpers einschließlich der sog. Glaskörperbasis durchgeführt. Anschließend wird eine Netzhautablösung durch Infusion einer Spüllösung unter die Netzhaut induziert. Meistens erfolgt hiernach ein Austausch der Flüssigkeit im Glaskörperraum gegen Luft, um die Mobilisierung der Netzhaut zu erleichtern. Nach erneuter Füllung des Glaskörperraumes mit der Spüllösung wird in der Nähe der peripheren Netzhautbefestigung (Ora serrata) die Netzhaut zirkulär abgeschnitten (360°Retinotomie). Die nun nur noch am Sehnerven fixierte Netzhaut kann zur Seite geklappt werden um Zugang zum unter der Macula (Stelle des schärfsten Sehens) gelegenen erkrankten Bereich zu erlangen. Die hier befindliche Gefäßmembran (choroidale Neovaskularisation -CNV) wird mittels einer Pinzette gegriffen und aus dem Auge entfernt. Hierbei kommt es wegen der festen Verbindung der CNV zum umgebenden Pigmentepithel regelmäßig zum Verlust desselben im Bereich der Macula. Eventuell auftretende Blutungen werden gestillt und die Netzhaut zurückgeklappt. Eine sog. schwere Flüssigkeit (Fluoron) wird nun zur Netzhautstabilisierung auf den hinteren Pol gegeben. Die Macula kommt nun auf dem Areal des Pigmentepitheldefektes zu liegen (ursprüngliche Lokalisation).Mittels einer atraumatischen Saugkanüle mit einer Silikonspitze wird die Netzhaut vorsichtig angesaugt und um den Sehnerven rotiert , sodaß die Macula auf eine gesunde Unterlage gelangt. Meistens sind hierfür wegen der ursprüngliche Membrangröße und des intraoperativen Pigmentepithelverlustes ca. 40° Rotation notwendig. Um die Netzhaut nun wieder vollständig zu entfalten und wiederanzulegen, wird der Glaskörperraum mit einer weiteren schweren Flüssigkeit (Decalin) komplett aufgefüllt.
Da diese Flüssigkeit nicht im Auge belassen werden kann, erfolgt ein Austausch gegen Silikonöl, dass in der Netzhautchirurgie seit vielen Jahren erfolgreich bei Netzhautablösung verwendet wird. Die wiederangelegten Netzhautschnittränder werden mittels Laserbestrahlung "angeheftet".
Da diese Rotation der Netzhaut zu einer Verdrehung des Netzhautbildes bei der Verarbeitung im Gehirn (Zyklotorsion)und damit zu einer Verkippung des Horizontes führt, was von den wenigsten Patienten toleriert werden kann, ist eine weitere Operation notwendig. Dieser zweite Eingriff wird in der Regel etwa 3 Monate nach der Maculatranslokation durchgeführt, damit die Netzhautsituation stabilisiert ist und das Risiko von Komplikationen wie Bildung epiretinaler Membranen, Netzhautablösung u.a. verringert ist. Hierbei werden vier Muskeln (zwei gerade und zwei schräge) am Augapfel verlagert (Schieloperation) und so der Augapfel entgegen der Richtung der ursprüngliche Macularotation zurückgedreht. Dies führt zu einer Normalisierung des Horizontes, wobei diese nie die natürliche / ursprüngliche Situation wieder erreichen kann. Wenn die Netzhautsituation stabil erscheint wird gleichzeitig regelmäßig auch wieder das Silikonöl aus dem Auge entfernt und gegen eine dem Auginnnenwasser ähnliche Spüllösung ausgetauscht.
Ziel dieser OP kann es nicht sein trotz guten Verlaufes und Verlagerung der Macula auf eine gesunde Unterlage wieder eine normale Sehkraft herzustellen, sondern vielmehr erhoffen wir bei diesen verzweifelten Fällen (massiver Sehverlust des anderen Auges wegen AMD und Kontraindikation für andere Therapiemöglichkeiten) eine für die Versorgung mit vergrößernden Sehhilfen brauchbare Sehschärfe erhalten zu können. Dies bedeutet in den meisten Fällen einen Vorteil gegenüber dem natürlichen Verlauf und rechtfertigt unserer Meinung nach den hohen Aufwand bei geeigneten Ausgangssituationen und motivierten Patienten.