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Glaukom Operation

Unter der Bezeichnung Glaukom wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen die vom Ziliarkörper bebildete Augeninnenflüssigkeit (Kammerwasser) nicht in genügender Menge durch das zwischen Hornhautrand und Iris gelegene Trabekelmaschenwerk in den dahinter liegenden Abflusskanal (Schlemm Kanal) gelangen und durch diesen das Auge verlassen kann. Die Folge ist meist eine krankhafte Erhöhung des Augeninnendrucks.
Ohne Behandlung treten Schäden am Sehnerven auf, die Gesichtsfeldausfälle und eine Minderung der Sehschärfe nach sich ziehen und schließlich zur völligen Erblindung führen können. Einmal eingetretene glaukombedingte Schäden sind nicht mehr rückbildungsfähig. Eine sorgfältige und rechtzeitige Augeninnendrucksenkung ist daher besonders wichtig.
Lässt sich trotz sorfältiger Anwendung von Medikamenten eine ausreichende Senkung des Augeninnendruckes nicht erreichen, so empfehlen wir eine chirurgische Maßnahme.

Trabekulektomie (penetrierende Glaukomoperation)

Nach Eröffnung der Bindehaut und Darstellung eines ca. 4x4 mm großen Skleraläppchens wird das Auge unterhalb dieses Skleraläppchens perforiert. Anschließend wird eine kleine Öffnung in der Iris angelegt, die einen direkten Übertritt des Kamerwassers von der hinteren in die vordere Augenkammer ermöglicht. Durch Ausschneiden eines kleinen Stückchens der Augenwand wird ein Abfluss nach außen unter die Bindehaut geschaffen. Dort bildet sich eine seichte Vorwölbung, die als Filterkissen bezeichnet wird.

Tiefe Sklerektomie (nicht-penetrierende Glaukomoperation)

Bei der tiefen Sklerektomie soll kein Loch zur Erleichterung des Kammerwasserabflusses geschaffen werden, sondern der Bereich des verstopften, mehrlagigen Trabekelmaschenwerkes soweit ausgedünnt werden, dass der Kammerwasserabfluß wieder deutlich erleichtert wird und der Augeninnendruck sich normalisieren kann. Durch die Sklerektomie (Lederhautentfernung) entsteht ein kleiner Hohlraum der den Effekt der Operation erhöht. Damit diese Kammer nicht kollabiert werden in der Regel Implantate (SK Gel, T-Flux) oder extrem visköse Substanzen (Healon GV, Healon 5) eingesetzt, die sich entweder über einen sehr langen Zeitraum resorbieren oder permanent dort verbleiben. Dieser verlangsamte Heilungsablauf im Bereich der Sklerektomie ist gewünscht und erhöht die Chancen auf eine dauerhafte Augeninnendrucksenkung , häufig ohne jegliche zusätzliche Augentropfen. Weitere Vorteile der tiefen Sklerektomie sind das erheblich geringere Komplikationsrisiko, da das Auge nicht eröffnet wurde, sondern eine hauchdünne Membran des Trabekelmaschenwerkes erhalten bleibt. Auch ist langfristig eine geringere Abhängigkeit dieser Methode von der Vernarbungstendenz der Bindehaut zu beobachten, was die Notwendigkeit von erneuten Eingriffen reduziert.

In unserer Klinik ist diese moderne Glaukomoperation ein augenärztlicher Routineeingriff. Nebenwirkungen und Komplikationen durch die Implantate sind bisher nicht bekannt.

Sehr selten kann eine erneute Operation wegen überschießendem Kammerwaserabfluß oder Vorderkammereinblutung notwendig werden. Bereits vor der Operation bestehende Linsentrübungen (Cataract bzw. Grauer Star) können wie nach jeder Augenoperationen schneller fortschreiten. Es besteht die Möglichkeit, die Grauen Star Operation kombiniert mit einer tiefen Sklerektomie zu operieren. Dauerhafte Sehverschlechterungen bis hin zum Verlust der Sehfähigkeit durch Infektion, Nebenwirkungen von Medikamenten, Verschluß der Augen- und Sehnervgefäße u.a. sind so selten, dass hierzu keine verlässlichen Zahlen vorliegen.

Bei ca. 80% der Patienten kann der erhöhte Augeninnendruck durch die tiefe Sklerektomie ausreichend und dauerhaft gesenkt werden. Unterstützend sind unter Umständen Medikamente, dann jedoch meist wesentlich geringer als vor der Operation, erforderlich.